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Im Herbst 2002 haben mein Vater und ich ein neues Hobby für uns entdeckt

- das Bier brauen.

Hier findet ihr einen kleinen Überblick über die Entwicklung unserer kleinen Brauanlage. 

September 2002

Erste Vorbereitungsmaßnahmen... Aus einem Domäne-PVC-Mülleimer soll ein Läuterbottich entstehen. Mit dem Dremel werden dazu im Abstand von 5mm kleine Löcher in den Boden gebohrt. Als Schablone diente ein einfaches kariertes Blatt Papier. Später stellt sich heraus, dass die Löcher viel zu klein sind: Das Durchfiltern dauert ewig...

Oktober 2002 - Erster Testlauf

Der erste Probelauf wird gemacht... Viel Arbeit für eine magere Ausbeute: Nur ca. 11l Bier konnten hergestellt werden, da der zum Kochkessel umfunktionierte Glühweintopf kein gößeres Fassungsvermögen hatte.

Auf den Bildern ist auch der Regler zur Steuerung der Kesseltemperatur zu sehen, der bei dieser Kesselgröße auch noch einigermaßen akzeptable Ergebnisse lieferte.

Zwischendurch berechnen wir immer wieder den Würzegehalt, um ein einigermaßen geniessbares Ergebnis zu bekommen. Man beachte hierbei das professionell angelegte WARSTEINER-Schlüsselband bei meinem Vater... Was soll hier noch schiefgehen?

Abgefiltert wurde das Bier am Ende durch einen Jute-Einkaufsbeutel... Auch wieder eine sehr langwierige Prozedur...

November 2003 - Der Kessel kommt

Im November 2003 war es endlich soweit: Nach monatelangem Herumsuchen und vergeblichem Rumbieten bei ebay haben wir den Zuschlag für einen 80l Küppersbusch-Kochkessel bekommen. Das ganze zum Schnäppchenpreis von knapp 300 Euro + Versandkosten von ca. 40 Euro. 15,7kW sollen ab jetzt die Maische zum Kochen bringen.

Zuerst muss das gute Stück allerdings einer kleinen Überholung unterzogen werden. Ein Heizelement war etwas undicht und musste mit einer normalen HT-Dichtung improvisiert abgedichtet werden (leckt aber bis heute nicht). Außerdem war die Isolierung ziemlich zerfleddert, so dass auch hier etwas nachgebessert werden musste. In die Elektrik haben wir unseren bereits vorhandenen Regler mit eingebunden, was sich aber später als ziemlich sinnlos herausstellte, da das System dermaßen träge reagiert, dass Regelzeiten von mehr als einer Stunde zum Anfahren eines Sollwertes entstanden.

März 2004 - Bau des Rührwerks

Mit der Ersteigerung eines Rührwerkmotors hatten wir leider nicht ganz soviel Glück wie beim 96€-Gastronomie-Kühlschrank oder dem Kochkessel: Nach komischen Geräuschen und Durchrutschen des Getriebes bei Belastung war ziemlich schnell klar: Getriebeschaden...

Als ehrgeiziger Bastler lässt man sich jedoch nicht so schnell von seinem Vorhaben abbringen: Kurzerhand wurde das Getriebe geöffnet und auf die abgeriebene Schnecke (siehe Bild) mit WIG ein paar neue Gewindegänge aufgeschweißt. Gaaanz vorsichtig natürlich, und siehe da: Der Motor drehte und konnte jetzt auch belastet werden.

April 2004 - Nächste Ausbaustufe erreicht

Nach ein paar kleinen Zimmerarbeiten haben wir unsere Anlage fertig aufgebaut. Kochkessel mit Rührwerk, rechts daneben Läuterbottich und Zwischenlager, unterhalb zwei Spülmaschinenpumpen, ganz rechts der Gegenstromwürzkühler.

Läuterbottich und Zwischenlager wurden aus zwei ausgedienten KEG-Fässern mit Spezialisolierung "Aldi-Campingmatte" hergestellt. Im Läuterbottich dient jetzt ein VA-Lochblech mit 2mm Bohrungen als Maischefilter.

Der Gegenstromwürzkühler wurde aus einem ca. 6m langen 12mm Kupferrohr gebaut, über das ein normaler Gartenschlauch gezogen wurde. An den Enden wurden Adapter angelötet, die ermöglichen, dass der Gartenschlauch um das Rohr herum mit Wasser durchspült wird. Durch das Kupferrohr fließt am Ende das Brauprozesses das "Bier". Mit dieser selbstgebauten Konstruktion ist eine Temperatursenkung von 20°-30°C pro Durchgang möglich, abhängig von den Fließgeschwindigkeiten.

Auf dem unteren Bild sieht man die entscheidene Stelle des Gegenstrom-Würzkühlers: Das Kühlwasser wird durch den karierten Schlauch zugeführt und nach links zum roten Schlauch weitergeleitet. Im roten Schlauch verläuft ein 12mm Kupferrohr, das auch auf der rechten Seite zu sehen ist. In diesem Rohr läuft das zu kühlende Medium. 

Mittlerweile wurde der Rührwerksmotor wieder ausgetauscht, da das alte Modell immer mehr Getriebeöl verlor und außerdem das Knacken des kaputten Getriebes extrem nervig war. Der neue Motor ist noch etwas größer und eigentlch total unterfordert (viertes Bild). Aber wer weiß: Vielleicht wollen wir den Kessel ja irgendwann mal zum Betonmischer umfunktionieren...

Frühjahr 2006 - Veränderungen in Sicht

Endlich scheint eine weitere Verbesserung näher zu rücken: Ein vernünftiger Schaltschrank! Hier sollen das Kochkessel-Schütz, Motorschutzschalter für Rührwerk und Pumpen, sowie ein paar zusätzlich Sicherungen untergebracht werden. Somit ist alles zentral und geschützt untergebracht und kann mit Blick auf zukünftige Automatisierung auch einfach erweitert werden.

 

Weitere anstehende Veränderungen:

Wir wollen durch Veränderung der Faßträgerkonstruktion eine verbesserte Reinigung ermöglichen. Wie genau das aussehen soll ist noch nicht klar. Außerdem soll eine Handbrause die einfache Reinigung unterstützen.

März 2006 - Schalten und Walten...

Endlich ist es soweit: Die gesamte Brauanlage wird ab sofort nicht mehr über einen improvisierten Sicherungskasten, sondern über einen professionellen Industrieschaltschrank gesteuert.

Der Anbau gestaltete sich durch das hohe Gewicht des Schaltschrankes ziemlich schwierig... Schließlich haben wir es natürlich doch geschafft...

Hier sieht man die Verkabelung des Schaltschrankes. Zuerst werden Kabelkanäle unter dem Schaltschrank montiert. Danach werden die Motorschutzschalter und das große Schütz für den Kochkessel angeschlossen.

Geschafft!

Alle gewünschten Aktionen funktionieren auf Anhieb...

Noch eine Neuerung:

Neben dem neuen Schaltschrank haben wir auch die Anordnung von Zwischenlager-Behälter und Gegenstrom-Würzkühler verändert, um eine bessere Reinigung zu ermöglichen. Der GSWK sitzt nun unterhalb des Läuterbottichs.

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